Die Wolfbuschschule schließt drei neue Bildungspartnerschaften mit den Unternehmen Paul Bauder, Peek&Cloppenburg und Wörwag

Am 8. März 2016 war es so weit! Nach mehrmonatiger intensiver Zusammenarbeit mit den Unternehmen und in Begleitung durch die IHK Stuttgart (Frau Fiedler) konnten die Verträge in einem feierlichen Rahmen unterzeichnet werden.

Die Unternehmen Paul Bauder, Peek&Cloppenburg und Wörwag unterstützen unsere WerkrealschülerInnen auf dem Weg in die Berufswelt. Betriebs- und Berufserkundungen, Bewerbertrainings, Workshops an der Schule und vor Ort im Betrieb, Praktika, die Teilnahme an Eltern- und Informationsabenden und vieles mehr stellen Module im Rahmen der Partnerschaften dar, die Jugendlichen die Möglichkeit bieten Berufe kennen zu lernen und Einblicke in die Berufsausbildung und den Berufsalltag zu erhalten. Dabei hat jedes Unternehmen eine Lehrkraft der Wolfbuschschule als direkten Ansprech- und Koordinationspartner.

Schon vor der Vertragsunterzeichnung beteiligten sich unsere Partner am Planspiel der Klassen 9 im November 2015. Dabei wurden an verschiedenen Stationen Bewerbungsgespräche geführt oder auch Bewerbungstests absolviert. Das Besondere dabei ist, dass die Simulation nicht im Unterricht, sondern mit tatsächlichen Personalverantwortlichen der Unternehmen praktiziert wird. Im Anschluss erhält der/die „BewerberIn“ ein Feedback, um das eigene Verhalten und Auftreten optimieren und somit die eigenen Erfolgschancen auf dem realen Arbeitsmarkt steigern zu können. Erste Ausbildungsverträge mit unseren Bildungspartnern wurden bereits unterzeichnet!

Wir bedanken uns ganz herzlich für die gute bisherige ZusammenarbeitWir bedanken uns ganz herzlich für die gute bisherige Zusammenarbeit
bei Herrn Gerhard Bauder und Herrn Ronny Bergmann von der Paul Bauder GmbH, bei Frau Witkowski und Kolleginnen von Peek&Cloppenburg und bei Frau Krause vom Unternehmen Wörwag und freuen uns auf das erfolgreiche Fortführen zum Wohl und im Sinne unserer SchülerInnen!

Petra Klingel Rektorin

Peek und Cloppenburg

Seit März 2016 kann die Wolfbuschschule das Unternehmen Peek & Cloppenburg KG als starken Kooperationspartner dazuzählen. Peek & Cloppenburg KG weist eine lange Unternehmensgeschichte im Bereich Einzelhandel auf. Umso mehr freut es uns, das Unternehmen für eine Bildungspartnerschaft an unserer Seite zu wissen. Der Anspruch an diese Bildungspartnerschaft ist es, die Strukturen des Einzelhandels und die damit verbundenen unterschiedlichen Berufe den Schülerinnen und Schülern, näherzubringen. Peek & Cloppenburg zeigt dazu folgende Ausbildungsberufe auf,

  • Kaufmann/frau im Einzelhandel,
  • Verkäufer/in im Einzelhandel,
  • Gestalter/in für visuelles Marketing.

Im ersten Partnerschaftsjahr wurden bereits einige Aktivitäten und Kooperationsmaßnahmen zusammen gestaltet. Durch das jährliche Planspiel „Ready Steady-Go“, bei dem Peek und Cloppenburg KG vertreten war, konnten die Schülerinnen und Schüler sich viele Tipps über das  Bewerbungsverfahren abholen. Von Vorteil war natürlich, die sofortige Rückkopplung zur Bekleidung bei einem Bewerbungsgespräch von Profis aus dem Einzelhandel. Durch die Teilnahme am Elternabend von Peek und Cloppenburg KG, der in der 8ten Klassen zur Berufsorientierung dient, konnten die Eltern ebenfalls zum Unternehmen und der Arbeitswelt im Einzelhandel Erkenntnisse gewinnen. Ebenso war unser Kooperationspartner an dem Azubibotschaftertag im November 2016 vertreten. Durch die Azubis konnten die Schülerinnen und Schüler ein ungezwungenes Gespräch aufbauen und Sympathie für den Einzelhandel gewinnen. Für das nächste Schuljahr 17/18 sind weitere berufsfördernde und erkenntnisreiche Aktivitäten mit dem Bildungspartner geplant.

Die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner ist ein Zugewinn für unser Schulleben, der für einen großen Einblick in die freie Marktwirtschaft dient und einem teilweise die Türen öffnet.

Wörwag

Die Firma Wörwag ist ein modernes international aufgestelltes Familienunternehmen. Die Firma beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter. Sie entwickelt und produziert hochwertige, umweltfreundliche Flüssig- und Pulverlacke sowie Lackfolien für die Industrie.

Für unsere Schülerinnen und Schüler sind zwei der drei angebotenen Lehrberufe mit dem Hauptschul- bzw. Realschulabschluss möglich. Zum einen der Chemikant, dieser arbeitet an der Schnittstelle zwischen Labor und Fertigung. Er kennt sich mit Rohstoffen, Arbeitsgängen, Produktionsanlagen und dem PC aus. Zum anderen die Produktionskraft Chemie, diese kennt sich mit, Arbeitsgängen und dem Einsatz von Maschinen aus.

Als Bildungspartner unterstützt die Firma Wörwag aktiv unsere Schülerinnen und Schüler auf dem Weg ihrer Berufsfindung.

  • Sie wirkt jedes Jahr an unserem Planspiel für die Klasse 9 mit.
  • Sie entsendet Auszubildende zu unserer im Haus stattfindenden Bildungsmesse.
  • Sie gibt Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 die Möglichkeit für ein Berufspraktikum im Rahmen des OIBs.

Sie unterstützt und lässt Wünschen Raum bei unterrichtlichen Einheiten mit Auszubildenden vor Ort an der Wolfbuschschule.

Bauder

Auf der anderen Seite der Bewerbung – Eine Orientierung im Berufsfeld

Dienstagmorgen, 20.06.2017, 8:51 Uhr, Glemsgaustraße: 20 Schülerinnen und Schüler der Wolfbuschschule und zwei Betreuer auf dem Weg. Neben dem Straßenlärm erklingt es: „Sind wir bald da?“ Vorfreude schwingt mit in dieser Frage, denn die Klasse 8 der Wolfbuschschule befindet sich auf ihrem Betriebserkundungsgang zur Firma Bauder. Es ist heiß an diesem Dienstagmorgen und der Klassenlehrer rät den Schülerinnen und Schülern im Schatten zu warten bis Herr Büttner, ihr Sozialarbeiter und Mann des Vertrauens, in der Drehtür des renommierten Dachspezialisten verschwindet und uns anmeldet. Interesse und Neugier macht sich breit als die Regeln für das Verhalten in einer Firma von den Schülerinnen und Schülern wiederholt werden. Leise sein, nicht rennen, höflich sein, Respekt zeigen, kommt aus verschiedenen Ecken im Schatten der Bäume, neben dem Haupteingang der Firma. Und schon ist Herr Büttner wieder da. Kurz warten sollen wir, Herr Bergmann sei auf dem Weg uns abzuholen, so Herr Büttner. Die Achter verteilen sich im angenehm kühlen Foyer der Firma – es wird leise miteinander gesprochen. Stille tritt ein als Herr Bergmann nebst Kollegin uns die Hand zum Gruß reicht. „Herzlich willkommen bei der Firma Bauder“, ertönt es in einem satten Bariton. Bitte folgt mir in den Besprechungsraum im 2. Stock. Zügig folgen wir Herrn Bergmann, wobei seine Kollegin den Abschluss bildet, damit keiner sich verläuft. Nach den überwundenen Treppen kommen wir in einen lichtdurchfluteten Konferenzraum, in dem einige Tische und Stühle zu einem großzügigen U geformt sind. Wir sollen uns setzen und mit Getränken und Brezeln bedienen, bittet uns Herr Bergmann.

Viele Menschen gehen durcheinander und holen sich Getränke und Brezeln an ihren Platz. Herr Bergmann beginnt seine Kollegin und sich selbst vorzustellen und leitet über zur Präsentation des Unternehmens, in dem er arbeitet: Die Firma Bauder. Ob wir wüssten, was Bauder herstelle, fragt Herr Bergmann in die Runde. Schweigen. Er bittet uns auf die Dächer zu schauen und wir sehen Flachdächer, Gründächer und klassische Hausdächer. Dächer, erschallt es aus vielen Kehlen. Ja, Dächer und alles was dazu gehört, Dämmmaterial und, und, und, … Herr Bergmann zeigt uns per Beamer und Powerpointpräsentation, was alles zum Repertoire der Firma Bauder zählt. Dämmungen und Isolierungen, Schäume, Baumaterialien … .

Die Firma Bauder steht für Kundenzufriedenheit, jeder Mitarbeitet sorgt mit seinem Beitrag für die Qualität der Produkte. Dies beginnt schon bei der Firmenphilosophie – Bauder ist ein Familienunternehmen. Das zeigt sich daran, dass wir uns duzen und nicht siezen, erklärt Herr Bergmann. Jeder Firmenangestellte bis hin zu den Firmeneigentümern duzt sich. Damit schaffen wir ein Klima, in dem sich jeder wohlfühlen kann. Eine Folie weiter auf der Präsentation zeigt uns Herr Bergmann die Auszeichnungen, die die Firma Bauder aufgrund ihrer Kundenfreundlichkeit und ihrer Arbeitnehmerfreundlichkeit gewonnen haben. „Award for excellent workplace 2016“ ist dort zu lesen oder Bester Arbeitsplatz oder bester Ausbildungsplatz. Spätestens jetzt merken wir, wir haben echte Profis vor uns.
Doch nun zu einem der wichtigsten Themen, wenn es um den Beruf geht – die Bewerbung. Herr Bergmann fragt die Schülerinnen und Schüler nach den wichtigsten Punkten in einer Bewerbung. Es fallen Stichworte wie Bewerbungsfoto, Lebenslauf und Anschreiben. Dann kommen wir auf die Noten zu sprechen. „Was ist wohl neben den Hauptfächern die wichtigste Note, auf die ein Einstellungskomitee achten wird?“, fragt Herr Bergmann. Die Schülerinnen und Schüler raten ins Blaue – Sport, Musik, Bildende Kunst … . Leider alles falsch – es ist Religion oder Ethik, denn in diesen Fächern zeigt sich, was es heißt, Fleiß an den Tag zu legen. Zustimmend nicken wir und Herr Bergmann lädt uns ein Headsets aufzusetzen und ihm auf dem Rundgang über das Firmengelände zu folgen.

Wir passieren die Lagereinrichtungen, die Lieferanlage, das Mischwerk und schließlich eine Halle in der es, nicht nur heute, sehr heiß ist. Herr Bergmann gibt sein Mikrofon einem Angestellten und dieser erklärt uns, dass wir hier in einem Bereich sind, in dem entscheidende, chemische Prozesse ablaufen und es hier zur Bildung von Dämmschaum kommt. Diese Reaktion geschieht exotherm – also durch Abgabe von Wärme nach außen, indem zwei oder mehrere Komponenten miteinander reagieren. Dämmmaterial sei unerlässlich für die Herstellung von Dächern aller Art, erklärt der Mitarbeiter weiter und damit ist die Herstellung dieses Schaumes ein Herzstück der vielen Produkte der Firma Bauder. Wir setzen unseren Rundgang fort und kommen auf den Hof, auf dem die LKW beladen und die Waren verschickt werden. Ein großes Rechteck ist von einem Metallrand umsäumt und an der Seite eines Gebäudes in Sichthöhe befindet sich eine Anzeige in Kilogramm und Tonnen. Herr Bergmann bittet die Begleitpersonen von der LKW-Waage zu steigen, damit die Klasse ihr Gewicht erfährt – 1,2 Tonnen bringen die Schülerinnen und Schüler auf die Waage.

Und schon sind wir wieder dort angekommen, wo unsere Reise durch einen der renommiertesten Dach- und Dachbedarfshersteller begonnen hat – im Konferenzraum. Eifrig vollenden die Schülerinnen und Schüler ihre Notizen zu den Bewerbungstipps in einer schwarzen Notizmappe. „Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr dürft diese Mappen mitnehmen und ich bin mir sicher, bei Bewerbungen macht ihr damit Eindruck, wenn ihr euch Fakten damit notiert“, spricht Herr Bergmann zum Abschied in die Runde. Beeindruckter Applaus ertönt und Herr Bergmann verabschiedet die Klasse mit den besten Wünschen für ihre Bewerbung und die Begleitpersonen mit einem Handschlag.